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Du kannst den Wind nicht ändern…Muss ich meinen Nächsten nehmen, wie er ist?

Du kannst den Wind nicht ändern…Muss ich meinen Nächsten nehmen, wie er ist?

Du kannst den Wind nicht ändern … Muss ich meinen Nächsten nehmen, wie er ist?

Eine Betrachtung zum herausfordenden Thema Akzeptanz. Ein „Ja“ zum „Ja“.

Aussagen wie „Darf jeder so sein, wie er ist?“ „Meine Kollegin nervt mich. Die braucht mal einen Wink mit dem Zaunpfahl…“ „Mich stört an meinem Chef, dass er …“  Diesen und anderen Aussagen begegne ich häufig in meinen Coachings. Ganz klar, hier hat jemand ein Problem, das er lösen möchte. Nur wie?

Die Zauberformel heißt Akzeptanz

Die Grundhaltung, „eine Persönlichkeit in ihrer Gesamtheit zu aktzeptieren“, ist eine nicht ganz einfache Aufgabe. Je extremer die zu akzeptierende Eigenschaft eines Mitmenschen, desto schwieriger die Aufgabe. Ja, das kostet Kraft, eine wertschätzende Haltung gegenüber meinem Gegenüber einzunehmen, sogar mit dem Ziel: dauerhaft. Wie kommt mein ratsuchender Klient dahin?

Lassen Sie uns zunächst einmal betrachten, was es heißt, eine Situation zu akzeptieren – im Gegensatz zu Charaktereigenschaften oder Verhalten eines Mitmenschen. Ich betrachte „das Akzeptieren“ als aktives Begegnen in einer belastenden, nicht zu ändernden problematischen Situation oder Lebensereignis wie z.B. Trauer, Verlassen worden zu sein, einer schweren Krankheit oder Unfall, plötzlicher Arbeitslosigkeit und anderer belastender Umstände mehr. Wir sind uns wohl einig, dass diese schwierigen Lebenslagen meist unverschuldet eingetreten sind.

Wenn Ohnmacht und Selbstvorwürfe Platz greifen

Es liegt dann nahe, dass der Betroffene dennoch persönliches Versagen, Kontrollverlust oder Ohnmacht etc. empfindet. Im Teufelskreis des wenig bzw. garnicht Beeinflussbaren liegt die Gefahr einer mentalen Abwärtsspirale. Diese wird anzunehmenderweise unvermeidbar in energiefressendem Aktivismus, verzweifelter Resignation und/oder unproduktiven Selbstvorwürfen enden – mit den individuellen Folgen, die wir dann als Berater vorfinden. Im besten Falle suchen die Betroffenen Unterstützung bei Beratern, die professionelle Werkzeuge anwenden können, wie Coaches oder andere Begleiter. Im schlimmsten Fall geraten Menschen ohne professionelle Hilfe in Anspruch genommen zu haben in den tiefen Sumpf einer Depression. Das gehört dann als lebensbedrohliche Krankheit nicht mehr in unsere coachenden Hände, sondern muss medizinisch therapiert und behandelt werden.

Chancen in der Akzeptanz des Unvollkommenen

Ich bin der festen Überzeugung, dass in solchen belasteten Lebensphasen – wie oben beschrieben – die Akzeptanz des Unvollkommenen der erste Schritt ist, um auf eine innere Balance zu kommen. Damit ist erst wirkliches Loslassen oder Gestalten möglich. Wie einen Luftballon in die Lüfte zu entlassen, hebt man den Blick nach oben, gen Himmel quasi, und verfängt sich nicht in düsteren Abgründen.

Zurzeit berate ich im Umfeld einer Insolvenz. Hier ist Akzeptanz eine zentrale Haltung eine betroffenen Mitarbeiters, um wie bei Trauer um einen nahen Menschen, Traurigkeit, Hilflosigkeit, Ohnmacht, Wut, Existenzängste etc. als rechtens zulassen zu können. Das ist mitunter ein weiter Weg – aber ein erfolgversprechender. Die akzeptierende Haltung ist eine Grundvoraussetzung, um für die nächsten Schritte im Leben Schwung holen zu können.

100% Akzeptanz – ist das realistisch?

Und wie sieht es mit unserer ursprünglichen Frage aus: Wie können wir den Menschen in unserem Umfeld mit seinen ganz besonderen Eigenschaften, nennen wir ihn „den Störenfried“, akzeptieren? 100% Akzeptanz geht das? Da sehe ich verbreitet heftiges Kopfschütteln. Da gibt es Extreme, z.B. Kriminelle, okay – da gibt es sicher Aspekte, die nicht toloerierbar sind. Jedoch sind Handlungen nicht gleich der ganze Mensch, und sehr selten wirklich gesetzeswidrig ist das, was uns am Nächsten stört. Was ist denn nun mit den fiesen Eigenschaften unseres Störenfrieds, die nerven, destruktiv sind und nicht mit unseren eigenen Vorstellungen vereinbar sind? Ja, diese Eigenschaften sind oft stahlhart verhaftet in alten Mustern. (Vielleicht sogar im eigenen Ich dessen, der sich heftig daran stört, was ihn am meisten an sich selber stört und es nicht merkt. Nun, dies werde ich zum Thema eines weiteren Blogs nehmen.)
Als Coach kann ich diese Muster des mir unbekannten „Störenfrieds“ nicht ändern, dazu fehlt mir die Fernbedienung. Leider kann ich auch meinem Klienten nicht helfen, seinen Mitmenschen zu verändern. Denn das kann nicht Ziel meiner Beratung sein. Denn: Ich kann den Wind in seiner Richtung nicht ändern, nur helfen, die Segel anders zu setzen. Also sofern es das Ziel meines Klienten ist, sein Anliegen durch Akzeptanz zu bearbeiten, kann ich versuchen, behutsam dazu beitragen, eine andere Sichtweise meines Gesprächspartners zu ermöglichen mit dem Ziel, aus Ablehnung Akzeptanz werden zu lassen. Wie gesagt: Sofern er dies wünscht, denn sein Ziel ist mein Auftrag.

Die eigenen Schwächen akzeptieren

Möchte der Mensch jedoch selber an seinen eigenen Schwächen arbeiten, so bleibe ich bei meiner Überzeugung, dass dies gelingen kann. Erste Schritte liegen dann im Erkennen der eigenen Stärken wie auch der Akzeptanz seiner Schwächen. Und auch ich muss in meiner Rolle als Coach/Berater eine grundsätzlich akzeptierende Haltung zu meinem Klienten haben. Nach meiner intensiven Ausbildung und einigen Jahren als Coach gelingt mir das. Ich nenne das professionelle Abgrenzung in wertschätzend akzeptierender Grundhaltung.

Gerne arbeite ich mit Ihnen, wenn Sie ein Anliegen in dieser Richtung mit sich herumtragen. Lassen Sie uns Ihre Akzeptanz-Fähigkeit stärken und die Segel anders setzen. Kurs nehmen auf Akzeptanz!

Für heute, Ihre Beate Koch

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